Nähe, Zärtlichkeit und Psoriasis

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Berührungen, Sexualität und Beziehungen gehören zu den Grundbedürfnissen jedes Menschen. Dabei spielt die Haut als grösstes Sinnesorgan eine wichtige Rolle. Obwohl Psoriasis die Lebensqualität und Intimität beeinflussen kann, sollte sich niemand sein Verlangen nach Nähe nehmen lassen. Trauen Sie sich, das Thema anzusprechen! Ehrliche Kommunikation hilft, Missverständnissen vorzubeugen und emotionaler Distanzierung entgegenzuwirken. Oftmals werden Paarbeziehungen dadurch sogar gestärkt.


Viele Menschen mit Psoriasis leiden nicht nur unter körperlichen Symptomen, sondern auch unter der Beeinträchtigung ihres seelischen Wohlbefindens und ihrer Lebensqualität. Häufig führt dies zu einem verminderten Selbstwertgefühl, da Betroffene befürchten, sie würden wegen der sichtbaren Rötungen und Schuppen auf Ablehnung stossen. Vor allem körperliche Nähe kann Unsicherheiten bezüglich des eigenen Körperbildes auslösen – selbst zarte Berührungen können Schamgefühle hervorrufen. Tatsächlich ist die Angst innerhalb von Paarbeziehungen jedoch meistens unbegründet. Dem sollten Betroffene umso mehr Gehör schenken, da liebevolle Berührungen erwiesenermassen guttun: Sie reduzieren Stress und steigern das Wohlbefinden. Ausserdem vermitteln sie Sicherheit, Nähe und Zugehörigkeit, und zwar in jedem Alter.


Hilfe holen bei Psoriasis im Intimbereich
Psoriasis kann, wenn sie den Intimbereich betrifft, für viele Menschen eine zusätzliche Belastung darstellen. Besonders Frauen mit genitaler Psoriasis leiden besonders, weil nebst dem Schamgefühl oft auch Schmerzen während und nach dem Geschlechtsverkehr auftreten können. Aber auch Männer leiden unter ihrem Körperbild, insbesondere wenn die Genitalien oder das Gesäss betroffen sind. Juckreiz kann den Genuss von Zärtlichkeiten ebenso erschweren; während eine Psoriasis-Arthritis zusätzlich die Beweglichkeit einschränken kann. Paare begegnen solchen Herausforderungen am besten mit Offenheit, Flexibilität und gegenseitiger Rücksichtnahme. Trauen Sie sich, den ersten Schritt zu machen und sich, wenn nötig, professionelle Hilfe zu holen.


Von Psoriasis nicht die Lebensfreude nehmen lassen
Wenn Ihre Hautprobleme Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen und Ihr Intimleben trüben, kann der Austausch darüber helfen, sich zu befreien. Lassen Sie den emotionalen Druck nicht zu gross werden und sprechen Sie offen über ein Thema, das eigentlich kein Tabu sein sollte! Vor allem, da sich soziale Ängste und Vermeidungsstrategien negativ auf eine bestehende Partnerschaft, das Sexualleben und auf das Eingehen neuer Beziehungen auswirken können. Machen Sie sich Ihrer Stärken und Ihrer Einzigartigkeit bewusst: Der Wert eines Menschen hängt nicht allein von seinem Äusseren ab.


Sie sind nicht allein!
Eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit Ihrer Hausärztin, Ihrem Dermatologen kann dazu beitragen, dass Sie sich besser verstanden und unterstützt fühlen. Auch wenn es um gezielte Behandlungsmöglichkeiten geht. Lassen Sie sich von Ängsten oder Schamgefühlen nicht einschränken, sondern kommunizieren Sie Ihre Bedürfnisse und Wünsche – insbesondere auch Ihrem Partner, Ihrer Partnerin gegenüber. Sie haben das Recht auf eine erfüllte Sexualität und eine glückliche Beziehung. Sprechen Sie auch über die Gründe für eine eventuelle Zurückhaltung bei Berührungen oder beim Austausch von Zärtlichkeiten. Durch Aufrichtigkeit können Sie Missverständnisse und emotionalen Rückzug verhindern und Ihre Beziehung sogar festigen.

 

Sein Selbstvertrauen stärken und ein positives Körperbewusstsein entwickeln, kann man auch in einer Gruppe von Gleichgesinnten – beispielweise in einer Selbsthilfegruppe. Vor zwei Jahren wurde ein Fragebogen entwickelt, der als Grundlage für solche Gespräche dienen kann. Sie können diesen unter info@spvg.ch kostenlos bestellen und zum Arzttermin mitbringen.

 

Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich mit Ihrer Hauterkrankung auseinanderzusetzen?
Überlegen Sie beispielsweise, ob die Psoriasis – oder die Vitiligo – in den vergangenen vier Wochen Ihr Liebesleben negativ beeinflusst hat. Oder, ob Sie sich aufgrund Ihrer Hauterkrankung in letzter Zeit unwohl gefühlt haben? Hat Ihre Hauterkrankung Schwierigkeiten im Umgang mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin oder mit Familienmitgliedern und Freunden verursacht? Dann machen Sie den ersten Schritt! Sprechen Sie darüber, damit Sie sich befreit, verstanden und in Ihren Bedürfnissen gestärkt fühlen.