Häufig gestellte Fragen
Dies ist eine Sammlung häufig gestellter Fragen, die in den vergangenen Jahren entweder von Fachpersonen oder Betroffenen mit entsprechender Erfahrung beantwortet wurden. Sie sind als Ergänzung zu einer ärztlichen Beratung oder Behandlung gedacht.
Kommen Sie nun die Tabletten statt Spritzen in der Psoriasisbehandlung?
Zwei neue Medikamente könnten bald das ermöglichen, was sich viele Betroffene wünschen: eine wirksame Behandlung in Form einer Tablette, die einmal täglich eingenommen wird. Denn wer mit Psoriasis lebt, kennt den Alltag: Cremes auftragen, Spritzen setzen, Arzttermine wahrnehmen – und trotzdem nie sicher sein, wie die Haut reagiert. Die aktuelle medizinische Entwicklung sorgt für Hoffnung unter Betroffenen.
Warum das ein Fortschritt ist
Wer an mittelschwerer bis schwerer Psoriasis leidet, ist oft auf sogenannte Biologika angewiesen – starke Medikamente, die regelmässig gespritzt oder per Infusion verabreicht werden müssen. Das ist aufwändig und belastet den Alltag vieler Betroffener. Genau hier setzen die neuen Wirkstoffe Deucravacitinib und Icotrokinra an. Beide werden als Tablette eingenommen und greifen gezielt in jene Entzündungsprozesse ein, die die Psoriasis auslösen.
Deucravacitinib: bereits in der EU zugelassen
Deucravacitinib blockiert ein bestimmtes Signalmolekül im Immunsystem und bremst so die Hautentzündung, ohne den gesamten Körper zu belasten. In grossen Studien wirkte es deutlich besser als die bisherigen oralen Therapien. In der EU ist es seit 2023 erhältlich; in der Schweiz läuft das Zulassungsverfahren bei Swissmedic noch.
Icotrokinra: weltweites Novum
Icotrokinra geht noch einen Schritt weiter: Es ist weltweit das erste Medikament, das einen zentralen Entzündungsauslöser – den sogenannten IL-23-Rezeptor – in Tablettenform gezielt blockiert. Diese Wirkung war bisher nur per Spritze möglich. In Studien erzielte Icotrokinra bessere Ergebnisse als Deucravacitinib. In den USA wurde es im März 2026 zugelassen, in Europa wird dies voraussichtlich 2027 der Fall sein und danach folgt die Schweiz.
Was bedeutet das für Sie?
Noch sind beide Medikamente in der Schweiz nicht erhältlich, aber es geht in die richtige Richtung. Wir halten Sie über die Neuigkeiten auf dem Laufenden. (April 2026)
Was ist von der aktuellen Vorsicht gegenüber JAK-Inhibitoren zu halten?
Menschen über 65 Jahren sollten bei der Einnahme von JAK-Inhibitoren Vorsicht walten lassen. Ebenso aktuelle und ehemalige Raucherinnen und Raucher. Besteht eine Infektion, wie zum Beispiel Tuberkulose oder Herpes zoster, eine Myelosuppression sowie ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien oder andere Risiken für kardiovaskuläre oder maligne Erkrankungen, ist die Einnahme von JAK-Inhibitoren kontraindiziert. Am besten besprechen sich Betroffene mit ihrer Dermatologin, ihrem Dermatologen des Vertrauens. (swissmedic, März 2023)
Wie funktioniert eine Excimer-Laserbehandlung?
Das Prinzip der Laserbehandlung entspricht weitestgehend der Bestrahlung mit UV B 311nm. Der Laser ist auf eine vergleichbare Wellenfrequenz (308nm) eingestellt – allerdings ist das Licht intensiver, was eine kürzere Bestrahlungszeit und eine punktgenaue Behandlung der Flecken ermöglicht: Nicht betroffene Hautareale werden dadurch geschont. Um mögliche Hautirritationen dennoch zu vermeiden, darf die Behandlung nur von erfahrenen Personen durchgeführt werden. Dank gezielter Lichttherapie kann bei Betroffenen eine sichtbare Verbesserung des Hautzustands erreicht werden. Am besten informieren Sie sich vorgängig über die Kosten und klären mit Ihrer Krankenkasse die Übernahme ab, um finanzielle Überraschungen zu vermeiden. (2023)
Wirkt sich die Einnahme von «Infliximab» während der Schwangerschaft bei einer Lebendimpfung meines Babys negativ aus?
Höchstwahrscheinlich ja. Idealerweise sollten Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft mit «Infliximab» behandelt wurden, im ersten Lebensjahr nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden. Auch von mit «Infliximab» behandelten Müttern gestillte Säuglinge sollten keine Lebendimpfstoffe erhalten. Denn Infliximab kann nicht nur bei der behandelten Mutter, sondern auch beim Neugeborenen nachgewiesen werden kann, und zwar bis ein Jahr nach der Geburt. Zudem kann «Infliximab» vom Säugling über die Muttermilch aufgenommen werden.
(Prof. W.H. Boehncke, Chefarzt Dermatologie am Genfer Universitätsspital (HUG), 2022)
Gibt es eine Alternative zur Behandlung mit «Infliximab»?
Ja, zum Beispiel das Biologikum «Certolizumab Pegol». Es hat denselben Wirkmechanismus, ist zur Therapie von Psoriasis zugelassen und ähnlich wirksam, aber es tritt weder in der Schwangerschaft noch durch das Stillen in den kindlichen Kreislauf über.
(Prof. W.H. Boehncke, Chefarzt Dermatologie am Genfer Universitätsspital (HUG), 2022)
Schadet chlorhaltiges Wasser meiner Psoriasis?
Nein, schwimmen im Frei- oder Hallenbad stellt laut Professor W.H. Boehncke, Chefarzt Dermatologie am Genfer Universitätsspital, generell kein Risiko bezüglich der (Re-)Aktivierung einer Psoriasis dar. Theoretisch könnten besonders aggressive Desinfektionsmittel aufgrund des Köbner-Phänomens zwar eine Aktivierung der Psoriasis bewirken, aber derartige Konzentrationen finden sich in unserem Schwimmbad-Wasser bei Weitem nicht. (2022)