Infliximab

Wichtig zu wissen

 

Frauen mit Psoriasis müssen beim Impfen ihres Säuglings vorsichtig sein, falls sie während Schwangerschaft und Stillzeit mit dem Biologikum «Infliximab» behandelt wurden!

 

Die Frage nach der Sicherheit von Medikamenten, die während der Schwangerschaft oder Stillzeit eingesetzt werden, ist wichtig für die Gesundheit von Mutter und Kind. In diesem Zusammenhang wurde die bedeutsame Beobachtung gemacht, dass das auch bei Psoriasis eingesetzten Biologikum «Infliximab» nicht nur bei der Mutter, sondern auch beim Kind nachgewiesen werden kann, und zwar bis zu einem Jahr nach der Geburt. «Infliximab» kann vom Kind auch über die Muttermilch aufgenommen werden.


Da «Infliximab» generell den Verlauf von Infektionen verschlimmern kann, haben Experten nun folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  •  Idealerweise sollten Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft mit «Infliximab» behandelt wurden, im ersten Lebensjahr nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden.
  • Auch von mit «Infliximab» behandelten Müttern gestillte Säuglinge sollten keine Lebendimpfstoffe erhalten.
  • Falls eine solche Lebendimpfung dringend notwendig ist, sollte zuvor analysiert werden, ob das betreffende Kind «Infliximab» im Blut hat. Wenn dies nicht der Fall ist, kann der Lebendimpfstoff gegeben werden.
  • ·Wenn junge Frauen mit «Infliximab» behandelt werden und schwanger werden wollen, sollten sie bezüglich Lebendimpfungen für ihr Kind vorab mit einem Kinderarzt sprechen.


Alternative: Eine Alternative zu «Infliximab» ist das Biologikum «Certolizumab Pegol»: Es hat denselben Wirkmechanismus, ist zur Therapie von Psoriasis zugelassen und ähnlich wirksam, aber es tritt weder in der Schwangerschaft noch durch das Stillen in den kindlichen Kreislauf über.


Die SPVG dankt Prof. W.H. Boehncke, Chefarzt Dermatologische Universitätsklinik Hôpital de Genève (HUG) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats, vielmals für diese Stellungnahme.