Hoffnung für Vitiligo-Betroffene?

In mehreren Fachartikeln der Dermatologie ist im Zusammenhang mit Vitiligo von den sogenannten JAK-Inhibitoren zu lesen. Auch Professor Diamant Thaci hat letztes Jahr in einem Interview mit dem SPVG-Mitgliedermagazin Hautsache auf diesen Wirkstoff als mögliche Therapieoption der Zukunft bei Vitiligo hingewiesen. Der deutsche Dermatologe und Leiter des Exzellenzzentrums Entzündungsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein äusserte sich wie folgt:

 

„(….) Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten zwei, drei Jahren im Bereich Vitiligo verschiedene Neuerungen erleben werden. (…) Es gibt dazu neue Forschungsresultate und Studien. Die Medikamente werden zuerst eher wohl keine Biologika sein, sondern sogenannte JAK-Inhibitoren. JAK-Inhibitoren sind sogenannte Small Molecules und können deshalb sowohl als Tablette als auch als Salbe angewendet werden. JAK-Inhibitoren werden schon heute bei Rheuma und atopischer Dermatitis eingesetzt. Es laufen derzeit auch in Deutschland Studien zur Anwendung bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) und Vitiligo, die beide gemeinsame genetische Risikofaktoren haben. Die Studienergebnisse zu Vitiligo sind sehr erfolgsversprechend und wir hoffen, dass wir in Deutschland, aber auch in der Schweiz, in ungefähr zwei, drei Jahren die ersten Therapien anbieten können.“ (HS 3/2029, S. 14f.)

«JAK» steht für Januskinasen. Die Januskinasen spielen eine wesentliche Rolle bei der Signalübertragung zahlreicher Zytokine, die in die Entstehung und den Verlauf von verschiedenen entzündlichen Erkrankungen involviert sind. JAK-Inhibitoren könnten vom Wirkmechanismus her geeignet sein, eine Vitiligo zu verbessern. Ein grosser Vorteil ist, dass sie auch in topischer Form und damit mit weniger Nebenwirkungen eingesetzt werden können als systemische Medikamente, die innerlich wirken. Es gilt abzuwarten, was Placebo-kontrollierte klinische Studien über den Einsatz von JAK-Inhibitoren bei Vitiligo ergeben, wie der Langzeitverlauf ist und ob eine allfällige Repigmentierung von Dauer sein wird.

Auch wenn somit von Vitiligo-Betroffenen noch Geduld verlangt wird, ist ein Hoffnungsschimmer da: Es tut sich etwas. Denn mit der Abkehr von der Meinung, wonach Vitiligo ein rein kosmetisches Problem sei, hin zu der anerkannten Erkenntnis, dass Menschen mit Vitiligo einem grossen und messbaren Leidensdruck ausgesetzt sind, ist der Weg frei geworden für die Erforschung und Entwicklung möglicher Therapien.